Toy 6

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Brunette

Toy 6Jaqueline war einsam, alle hatten sie verlassen, einfach so ohne etwas zu sage, von einem Tag auf den anderen. Als erstes war Jan weg. Er war sowieso schon in den letzten Tagen vor seinem verschwinden so merkwürdig und abwesend gewesen. Dann waren die Köche verschwunden. Okay, sie hatte nur wenige Worte mit ihnen gewechselt. Und sie waren auch immer merkwürdig, wenn sie von ihrem Körper geredet hatten, immer in der Mehrzahl. Und immer wieder das gute Training hatten sie gelobt, für die Fleischqualität. Was das bedeuten sollte, hatte sie sich auch nie so wirklich getraut zu fragen. Dann waren die Lehrer verschwunden und auch die ganzen anderen Schüler wurden immer weniger. Und zu guter letzt war jetzt auch noch Alex weg. Der stille Alex, der immer ein gutes Wort für sie hatte und sie mit den dreckigen Witzen zum Lachen brachte. Er kannte eine Menge davon. Abends war er noch da, am nächsten Tag war er weg. Keine Stimmen mehr, die mit ihr redeten. Keiner mehr da, der sie lobte. Was war nur passiert? Wie konnten sie alle nur so einfach vergessen haben.***Jessica hörte ein Wimmern aus dem Interkom des Hauses. Es klang so, als würde irgendwo im Haus in einer dunklen Ecke ein kleines Mädchen ihrer Verzweiflung Ausdruck verleihen. Sie weckte Jan.„Kannst du das hören?“Leise horchte sie ins Dunkel. Wieder war das leise Heulen zuhören. „Jaqueline“, flüsterte Jan mit einem entsetzten Gesichtsausdruck. „Die habe ich ja total vergessen.“Er sprang auf und machte ein paar wackelige Schritte zur Tür, bis es ihn die Schwerkraft auf die Knie zwang. Jessica war ihm gefolgt und half ihm wieder auf. „Wer ist Jaqueline“, wollte sie wissen. „Das ist sehr schwer zu erklären, es ist besser, wenn ich das zeige.“Sie half ihm bis zum Fahrstuhl, wo sie auf Pia, Jannet und Monika trafen. „Ihr habt das auch gehört“, fragte Jannet direkt. „Das ist Jaqueline, sagt Jan“, beantwortete Jessica die Frage und sah dann das Gesicht von Jan. „Was? Etwa wieder etwas, wovon nicht alle wissen sollen, was ist es diesmal. Ist sie ein Kind und ihr habt einen pädophilen Club im Keller, oder was?“„Ist sie etwa DIE Jaqueline?“, fragte Jannet. Jan war zwischen den Frauen in einer aussichtslosen Lage gefangen. Egal was für eine Geschichte er sich ausdachte, Jessica würde sie durchschauen, dass vermutete er zumindest.„Meine Güte, ja, es ist die Jaqueline“, rief Jan und schaute böse zu Jessica. „Schau mich jetzt ja nicht so an, sonst kannst du dir mich als Freundin direkt wieder von der Backe wischen. Und jetzt auch für mich, wer ist Jaqueline.“„Jaqueline ist eine virtuelle Figur aus der virtuellen Trainingswelt“, sagte Jan. „Du kennst bestimmt Second Live. Unsere Version ist jedoch noch realistischer. Und Jaqueline ist darin ein virtuelles Kind. Lass sie 12 sein, wenn überhaupt. Die Figur gibt es seit fünf Jahren in unserer Version, in der Zeit ist sie kaum gealtert.“ „Irgendwie glaube ich grade nicht, dass dies schon alles war! Pia? Jan? Wer ist Jaqueline wirklich.“ „Jaqueline ist ein Patient“, sagte Pia nun. „Mensch, lass euch nicht alles aus der Nase ziehen. Warum sieht sie in eurem virtuellen Dingsda wie ein Kind aus und wieso hat sie Zugang zum Interkom, wenn man sie die letzten Monate, in denen ich hier bin, kein einziges Mal gehört oder gesehen hat.“ „Oh, gesehen habt ihr sie schon öfter“, sagte Jan und wurde dann rot, als er bemerkte, dass er es laut gesagt hätte. „Mist, verdammter.“ Pia drückte auf den Knopf für die Stallebene. Da war Jessica noch nicht. Bauernhof war nicht so ihr Ding, vor allem Schweine. Hühner ging grade noch so. „Ihr habt ein kleines Mädchen zu den Schwein gesteckt….“„Nicht so direkt“, sagte Pia. „Der Stall ist nicht direkt ein Stall.“ „Ich habe so das Gefühl, dass das, was ich gleich sehen werde, mir absolut nicht gefallen wird“, sagte Jessica ärgerlich. Jan schaute sie an und sein Gesicht bestätigte ihren Verdacht. „Dann kommt mal rein in die Zuchtstation.“ Er öffnete einen Raum, der voller gläserner Kästen war. In jedem kniete ein nackter Mensch auf dem Boden, die Hände vor dem Gesicht und mit tränenfeuchten Wangen. „Meine Güte. Wer von denen ist Jaqueline?“„Alle“, sagte Pia.Die drei Mädchen schauten Jan und Pia an, als seien sie bescheuert. „Wie kann Jaqueline alle diese Menschen sein, das geht doch nicht.“ „Doch, das geht“, erklärte Jan. „Denn das hier sind nur Klone. Sie haben kein echtes Grosshirn, nur ein Kleinhirn und ein Computerinterface.“ „Und warum das Ganze? Nein, sag nichts… dass hier sind die Menschen, die ihr beim Dolcett zum Essen anbietet.“ „Nochmal, es sind keine Menschen, es sind nur Muskeln, Haut und Knochen und ein bisschen Innereien zum Schein.“ „Die gerade alle auf dem Boden hocken und weinen.“ „Komplett synchron, alle …“, er schaute auf eine Tafel „… 29 übriggeblieben.“ „Und wo ist jetzt Jaqueline?“„Kommt mit.“Sie gingen durch die Reihen, bis sie vor einer Wand hielten. Dort sahen sie in Glas eingefasst ein paar Organe, Augen und ein Gehirn. Vor den Augen waren kleine Monitore, die die virtuelle Welt einspielten. Dann schien es noch ein paar kleine Muskeln zu geben, die in Gruppen sortiert, in einer Nährlösung zuckten. „Was ist das?“„Das ist alles, was noch von Jaqueline existiert.“ „Das ist nicht viel“, kommentierte Jannet mit trockenem Mund den Anblick. „Wie alt ist sie denn nun wirklich?“ „Irgendwas zwischen 12 und 16.“ „Wieso könnt ihr das nicht eingrenzen?“ „Weil ihr Dinge fehlen, die ein Pubertät ermöglichen. Sie ist in dem Zustand nun seit 11 Jahren. Seit 5 Jahren ist sie in der virtuellen Welt, davor war sie in einem künstlichen Koma. Ich kenne nur ihren Namen, mehr nicht. Und das Martin sie adoptiert hat.“ „Moment mal, war vor 11 Jahren nicht der Unfall. Könnte es eine kleine Schwester von Jannet sein?“ „Nein, Jannet ist definitiv nicht mit Jaqueline verwandt. Ihre DNA ist eine andere.“ „Aber sie könnte mit dem Unfall zu tun haben, waren damals noch andere in den Unfall verwickelt?“„Das weiß ich nicht, dass kann nur der Professor beantworten.“ „Was aber immer noch nicht erklärt, warum sie alle Körper ist, das sind doch dolcett torsos oder?“„Ja“, Jan seufzte. „Was war das mit dem Hausschweinen? Wo sind die?“„In den Boxen.“ „Wo die Menschen drin sind…“ „Ich glaube ich sollte es richtig erklären, diese Körper wurden aus der DNA von Schweinen gedruckt. So wie unsere Körperteile auch. Nur das unsere deutlich länger halten sollen. Der Professor hat feststellen müssen, dass die Körper ohne ständige Stimulation einfach auseinander fielen und es ist wichtig, dass es ein menschliches Gehirn ist, der die Stimulanz erzeugt. Wegen der Irrationalität, die zu den ganzen kleine Bewegungen führt. So wirken die Körper auch auf dem Grill oder bei sonstigen Aktivitäten besonders echt. Aber trotzdem können die Körper das nur 10 bis 12 Wochen aufrecht erhalten, bis sie trotz der Stimmulanz abbauen. Das unterscheidet diese Körper von den kybernetischen. Und die Gäste würde auch sehr komisch schaun, wenn sie in ihrem Essen Nanoglasfasernerven finden.“ „Und ich dachte, die Torsos wären Formschinken“, sagte Monika nachdenklich. „Das waren sie zu Anfang auch. Aber wir bieten nicht als einzige den Dolcett an, obwohl keiner der anderen so viele potenzielle Opferungen anbieten wie wir. Aber einmal im Monat verschwindet in Europa ein junger Mensch, um auf dem Tisch von diesen Feinschmecker zu landen und das fällt kaum auf. Das sind dann sogenannte Hausverköstigungen. Aber denen fällt dann auf, wenn es nicht echt genug wirkt. Wenn sie diplomatisch waren, redeten sie noch davon, wir hätten altes Fleisch im Angebot. So musste sich der Professor was einfallen lassen, diese Körper sind die Spitze der Entwicklung. Jaqueline kann sie sogar einzeln durch den Park laufen lassen. Kaum einem der Gäste fallen die toten Augen auf und sind die Körper erst einmal auf einem Spieß, ist sie für die nur noch eine Mahlzeit.“ „Das ist doch schrecklich.“ „Ich hab mich schon immer gewundert, warum der virtuelle Garten so eine 100% Kopie des echten Garten ist. Nur um Jaquelines Körper dort in echt herumlaufen lassen zu können?“ fragte Jannet.Jan nickte. Sie standen betreten vor dem, was ein Mensch sein könnte. „Aber warum weint sie?“„Ich denke, aus Einsamkeit. Ich hab bei all dem Glück, einen neuen Körper zu bekommen, vergessen, dass es sie noch gibt und das sie ein Mensch ist. Also vom Gehirn her.“ „Und? Bekommt sie nun auch einen neuen Körper?“ „Das ist der bisher schwierigste Fall von allen, laut dem Professor. Um die Körper zu entwickeln braucht es eine bestimmte Masse an Grundmaterial. Deshalb funktioniert der Nachbau nur mit vollständig ausgebildeten Körpern sprich alles über 14 Jahren. Jaqueline war aber sehr jung und ist aufgrund der Verletzung nicht mehr bursa escort wesentlich gewachsen. Es fehlt zu viel vom Körper.“„Wir haben zwar auch genneutrales Organmaterial, aber das können wir in ihrem Fall auch nicht anwenden“, sagte Pia. „Bei ihr würde es bedeuten, dass 85% ihres Körpers aus diesen Zellen bestehen würde. Die würden dann versuchen, den ursprünglichen Körper abzustoßen. Aber das muss dir Martin genauer erklären. Ich bin darin nicht besonders gut.“ „Also bräuchte es Verwandte von ihr, um sie neu zu erschaffen“, stellte Jessica fest.„Ja“, bestätigte Jan. „Also wieder ein neues Geheimnis zum lösen in diesem Bunker. Das entwickelt sich ja langsam zu einem echten Krimi“, Jessica lachte und schlug in die Hände. „Ich will mit ihr reden. Hat sie eigentlich volles Körpergefühl?“„Wie meinst du das?“„Wenn ich eine von ihren Körpern schlagen würde, würde sie das spüren?“„Wenn alle verbunden sind kaum, aber an nur einem, dann schon.“ „Das neurale Interface, funktioniert das noch mit dem neuen Körper.“ fragte Jessica „Ja sogar besser. Man muss es nur anstöpseln.“Jessica bekam Grad ein Matrixflashback und fasste sich an den Hinterkopf. „Willkommen in der Matrix“, murmelte sie und Jan lachte. „Nein so nicht. Das neurale Interface ist subkultan am oberen Teil der Wirbelsäule verbaut. Da all unsere Körper mehr oder weniger Prototypen sind, bedürfen sie auch einer Überwachung. Und die nötige Schnittstelle befindet sich an der besagten Stelle. Jaqueline hat es auch, siehst du?“, er zeigte auf eine Reihe Wirbel, die unter dem Gehirn noch vorhanden waren und von 2 Geräten halb umschlossen waren, die wie offenliegende Microprozessoren aussahen. „Wenn man das äußere Gerät hier auf deinen Nacken legt, dann kannst du jede beliebige Anwendung im Haus steuern.“ „Meine Güte ich bin ein Cyborg.“ „Soviel ich mitbekommen habe, wolltest du den Komplettaustausch. Du hast sogar darum gebettelt“, bemerkte Pia im Plauderton. „Ist ja gut.“ Sie musste sich wohl auch mal damit auseinandersetzen, was es für ihre Seele bedeutete. Am Rande ihres Geistes hatte sie das Gefühl, ein komplett anderer Mensch zu sein. Ihre Kindheit und Unschuld schien von einem Mann mit eine Scalpell aus ihr ausgeschnitten worden zu sein, obwohl der ihr nur Arme und Beine genommen hatte. MERLIN. Wie sie den Mann doch hasste. Aber erst einmal war Jaqueline wichtiger. Sie hatte das unbestimmte Gefühl, das Merlin ihr nicht davonlaufen würde.„Gib mir und am besten auch Jannet und Monika das Interface. Und dann lass dich von Pia zum Professor führen und finde soviel wie möglich über sie raus. Und dann kommst du auch rein.“ Jan liess sich von Pia zu einem Pult führen und holte 5 Interface heraus. „Für wen ist das fünfte?“ „Für Alex. Wenn es eine Person gibt, die sie wohl noch mehr vermisst als mich und die anderen, dann ist es Alex.“ „Irgendwie habe ich das Gefühl, das Alex eine echt gute Seele ist.“„Vielleicht etwas einfältig… au“, Pia hatte ihm auf den Fuss getreten. „Ach ist das schön, dich mal wirklich in die Schranken zu weisen und es dir nicht immer wieder nur an zu drohen. Du hast mit mir noch eine Runde in der Hölle offen. Mit einem ganzen Beutel voller Klammern.“ „Ah, die Nervenreaktion in deinem Fuss ist auf einem hohen Niveau“, sagte Jessica und nahm ihm zwei Interface ab und gab das eine Jannet. „Außerdem Pia, Jan ist mein Mann. Die einzige, die ihn zur Hölle schickt, bin ich.“„Bereit?“, fragte Jan unterdessen.„Bereit!“, antwortete Jessica.„He ihr müsst noch….“, Jans Worte verschwanden komplett im Hintergrund.Stattdessen waren sie im Garten, auf dem Hügel, auf der Jessica auch schon gestanden und die History des Dolcett erzählt bekam. „Passend: das Meatgirl auf dem Dolcett Hill.“ sagte Jessica leise.Vor ihr kauerte ein nacktes Mädchen. Vorpubertär, noch war nichts von dem zu sehen, was sie zur Frau machen würde. Ihre Schultern zitterten, ihr schluchzen war überdeutlich und herzerweichend. Sie wollte zu ihr hin doch sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter. „Du musst warten, bis der Computer dein Selbstbild interpretiert. Gerade wäre es eher erschreckend. Denk an das, was du gerne an dir sehen willst, nicht an das was du bist“, flüsterte ihr Jannet ins Ohr. „Wie?“Jannet hob ihr den Arm. Oh Mist. Terminator lässt grüssen, dachte sie und musste an die Glibberterminatorin denken. Faziniert sah sie, wie sich ihr Arm in Silber verwandelte. Sie grinste.„besser?“„Zumindest siehst du aus wie ein Mensch, der allerdings in ein Zinkbad gesprungen ist.“ „Okay verstanden“, sie dachte an den Tag ihrer ersten Begutachtung ihres neuen Körpers und bewunderte ihn erneut in Gedanken.„Okay, das geht“, sagte Jannet neben ihr. Sie drehte sich um und sah Jannet Unterleib in einem schwebenden Cocoon verhüllt. „Ich habe seit ich zurückdenken kann keine Beine gehabt. Das ist mein Geistkörper. Den kennt sie.“Jessica schüttelte den Kopf und betrachtete ihren eigenen Körper. Ja alles menschlich, so wie sie jetzt tatsächlich aussah und wie sie sich auch liebte. Sie ging auf Jaqueline zu, hockte sich neben sie, legte von hinten ihre Arme um ihre Schultern und umarmte sie. „Hallo Jaqueline, ich bin doch jetzt da, ich lass dich nie wieder alleine.“ Jaqueline horchte auf, sie drehte sich um und schien noch kleiner zu werden, so wie eine vierjährige. „Mama… hast du mich endlich gefunden…lass mich nie wieder los…“Jessica erstarrte, sie hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit dieser Reaktion. Hilflos schaute sie zu Jannet hoch, die genauso verwirrt schaute. Sie hatte sich darauf eingerichtet von einer Jugendlichen zur nächsten zu sprechen. Und jetzt sollte sie reden wie eine Mutter zu ihrem Kind? Sie fühlte sich überfordert. Aber vielleicht wusste das Kind etwas, was die Jugendliche vergessen hatte. Eine Chance, heraus zu bekommen, wer sie war. Sie sah, wie Monika und Jan hinter Jannet erschienen und Jessica mit dem Kind in den Armen sahen. Monika wollte etwas sagen wie, „da wart ihr beiden aber schnell“, bevor der böse Blick von Jessica sie zum Schweigen brachte. Dann schaute sie zu Jan. Der machte ein betretenes Gesicht und formte ein „nichts“ mit dem Mund. Jessica winkte ihn mit einem Finger heran. „Gar nichts?“„Fast nichts. Sie wurde im Wrack des LKWs gefunden, stärker verletzt als alle anderen. Der LKW-Fahrer sagte aus, sie nicht zu kennen und vermutete, dass sich die Kleine vielleicht aus Neugierde in seinen Lkw verirrt habe. Er war nicht mit ihr verwandt. Auch konnte niemand gefunden werden, der die Kleine damals vermisste. So hat sie der Professor mitgenommen, in der Hoffnung, sie irgendwann zu retten oder jemanden zu finden, zu dem sie gehört.“ „Wie?“ „Durch Gentests. Aber ich glaube, er hat schon seit Jahren niemanden mehr getestet.“ „Er muss wieder anfangen, geh raus und sag ihm, er soll jetzt wieder anfangen, am besten mit mir.“ „Warum.mit dir?“ „Weil sie denkt, ich wäre ihre Mutter. Da ist etwas in mir hoch gekommen, nur so ein Gefühl. Kennst du das, wenn du etwas siehst oder hörst und plötzlich ist da das Bruchstücke einer Erinnerung? Du willst es festhalten, aber du hast keine Chance. So habe ich mich gefühlt, als sie Mama sagte.“ „Ich glaube nicht, dass du schon mit sechs Mutter warst.“ „Blödmann. Nimm das ernst. Los raus mit dir. Monika. Jannet. Geht auch und versucht alles über den Lkw Fahrer heraus zu bekommen. Wenn es ist, wie ich vermute, werdet ihr einiges unangenehmes zu Tage fördern.“ Jessica war nun alleine mit Jaqueline. „Hallo mein Liebling, hör auf so traurig zu sein. Ich bin jetzt da, weißt du, wie lange ich dich gesucht habe?“ Sie überlegte kurz und dachte dann an ihre Mutter und stellte sich genau vor, wie sie aussah. Sie musste älter werden, damit es Jaqueline auch könnte. Schöne neue Welt war das hier, dachte sie noch, bevor Jaqueline in ihren Armen begann zu zittern. „Oma ich war nicht lieb, bestrafst du mich jetzt?“„Nein, Jaqueline Schatz, ich bin nur froh, dich wieder gefunden zu haben“, sagte sie mit zitternder Stimme, mit der sie ihr Entsetzen versuchte zu verbergen. In ihr hatte sich ein Erinnerungsfetzen aus ihrer Kindheit aufgetan. Damals war Tante Sophia, die Schwester ihrer Mutter, verschwunden, zusammen mit ihrer Tochter. Die Tante war schon immer das schwarze Schaf der Familie gewesen, war sie doch sehr jung gewesen, als sie die Tochter bekam. Jessica hatte Gerüchte davon gehört, dass sie sich Männer hingegeben hatte, für Geld. Und dann war sie von einem Tag auf die anderen weg. Unter anderem war Tante Sophia mit ein Grund, warum Jessica mit fast achtzehn noch Jungfrau war. Ihre Mutter hatte dafür gesorgt, dass ihr Bruder der einzige Mann in ihrer Nähe war und nur in der Schule das Wort Sex überhaupt in den Mund nehmen durfte. Aber es konnte doch nicht sein. bursa escort bayan Als Jan so zügig wieder da war, dachte sie noch, dass er nur zur Unterstützung käme, aber sein virtuelles Gesicht sprach Bände. „Wir sind verwandt“, stellte Jessica fest. Der Schock hatte sie wieder zu einer Version von Jessica werden lassen, diesmal eine jüngere. Jaqueline kuschelte sich wieder an sie, diesmal noch jünger und sie begann Jessicas Brust zu verkneten und ihre Nippel in den Mund zu nehmen und zu saugen. „Ich muss hier weg“, dachte Jessica. „Das wird mir zu viel. Viel zu viel.“ „Jaqueline kleines wach auf. Du musst zum Kindergarten“, folgte sie einer Eingebung.Schon war Jaqueline wieder grösser. So um die 6. Sie stand auf und rieb sich die Augen. Dann sah sie sich um und wurde noch älter, so um die 16 schätze Jessica, sie sah Jan ins Gesicht. Jessica war so froh, dass er da war und Jaqueline nicht mehr auf sie fixiert war. Auch wenn sie einen kleinen Stich fühlte, als Jaqueline Jan nun so vertaut in die Arme fiel und den virtuellen Jan küsste. Jessica überlegte etwas und verwandelte sich wieder, diesmal in das silbrige Terminatorwesen. Sie musste es ausprobieren. Sie war der Meinung, dass sie so vielleicht an Jaqueline jetzige Alter kam, ohne durch die Erinnerung an ihre Mutter und Oma an etwas erinnert zu werden. Sie musste vor allem wissen, wie sehr sich Jaqueline bewusst war, dass ihre Welt eine künstliche war. Sie schien nicht bewusst ihre Gestalt ändern zu können. „Jaqueline“ sagte sie nun so sanft wie möglich und hatte so wieder die Aufmerksamkeit des Mädchens. „Wer bist du“ fragte Jaqueline nun und ihre Gestalt blieb bei dem 16 jährigen Mädchen. „Ich bin Jessica und ich möchte deine Freundin werden.“ „Bist du ein Mensch? Du siehst so seltsam aus.“ „Mein Geist und mein innerstes ist Mensch, aber mein äußerstes ist eine Maschine. Ich hatte einen Unfall und verlor dabei mein Körper.“ „Dann bist du wie ich, ich hatte auch einen Unfall, da war ich ganz klein. Manchmal erinnere ich mich daran, aber alles von damals ist nur noch ein Schatten. Bist du auch real so?“„Nein, da sehe ich aus wie ein Mensch.“ „Das würde ich auch gerne wieder sein. Ich würde gerne wieder richtig durch Grass laufen. Manchmal erinnere ich mich an das Gefühl von Gras. Es wäre toll es wieder zu spüren.“ „Du wurdest sehr schwer verletzt, ich habe es gesehen. Deshalb ist es sehr schwer dir einen Körper zugeben. Wir müssen mehr von dir erfahren. Und auch wenn wir gleich gehen, ich verspreche, ich lass dich nie wieder alleine.“ „Bitte lasst mich nicht alleine. Es ist so einsam, jetzt wo alle weg sind, so gar mein Alex.“ Jessica horchte auf. Ihr Alex?„Okay ich schau mal, dass Dein Alex zu dir kommt, bis ich wieder da bin. In der Zwischenzeit lass ich dir Meinen Jan da.“ Jaqueline schaute etwas verwirrt zwischen der silbernen Jessica und Jan hin und her und schien dann zu verstehen und lachte dann, was Jessica einen Schauer auf dem Rücken projizierte. Sie klang genau wie ihre Mutter, wenn sie lachte. „Ich bin gleich wieder da“, sagte sie und griff sich in den Nacken. Sekunden später stand sie wieder in der Farm und atmete schwer. Sie sah die Körper in den Glasboxen mit jemand imaginären Händchenhaltend spazieren gehen. „Okay“, dachte sie, die ist erst einmal beruhigt. Sie schaute sich um und sah Jans Körper ebenfalls in einer Box. „Zum Glück bist du nicht weit gelaufen“, sagte Jannet neben ihr die sie erst jetzt bemerkte, „nur ein paar Schritte nach vorne und du wärst vor eine Wand gelaufen. Es gibt jetzt keine Trennung von deinem virtuellen und deinem realen Körper, deswegen muss du eigentlich auch in eine solche Box. Sie hilft den Körpern sich zu bewegen.“Sie sah gerade wie sich die Körper und Jans Körper sich auf eine Bank setzten, die sich aus dem Boden erhob. „Die beiden sehen wie ein Pärchen aus.“ „Da glaube ich eher, dass etwas aus Alex und ihr wird. Die sind um einiges vertrauter.“ „Aber Alex ist doch bestimmt 40 und sie um die 16. Das geht doch nicht.“ „In der virtuellen Welt spielte das keine Rolle, wie alt jemand ist. Und in der realen Welt, da werde beide später in einem neuen jungen Körper stecken. Für ihn ein neues Leben und sie wird da von diesem Zwischenleben in den Körper einer zwanzigjährigen katapultiert, der die Pubertät übersprungen hat. Das wird alleine schon eine aufregende Zeit.“ „Ja, aber erst einmal müssen wir mehr über sie heraus bekommen und wo ihre Mutter ist.“ „Hat Jan recht und sie ist deine Cousine?“„Du hast doch gesehen, wie sie auf mich und die Gestalt meiner Mutter reagierte.“ „Ja, das war das merkwürdigste, was ich je sah.“ „So habt ihr schon etwas heraus gefunden?“„Da müssen wir zu Pia.“ Sie verließen gemeinsam die Farm und gingen nach unten ins Labor. Dort waren sie gerade dabei, die letzten der Toys mit Armen und Beinen auszustatten. Darunter auch Nicole. Die Roboterassistenten hatten darauf bestanden, dass sie vor ihnen einen neuen Körper erhielt. So war der Professor vollkommen abgelenkt und wies den beiden nur in sein Büro. Dort sei alles, was er damals zusammentragen konnte, meinte er. Im Büro trafen sie auf Monika und Pia. Ihre Gesichter waren weiß wie eine Wand. Als Monika die beiden anderen sah, sprang sie auf und wollte sie aus dem Büro drängen, aber sie verließ die Kraft. Heulend brach sie in den Armen von Jessica zusammen. Jannet wollte an ihr vorbei zum Computer, doch Pia klappte den Laptop zu. Sie sah jetzt auch das Entsetzen in Pias Augen. „Ich will es wissen, Mama“, sagte Jannet. „Es ist zu grauenvoll“, flüsterte Pia. „Schaut es euch nicht an, es ist einfach nur der Horror. Ihr müsst nicht alles sehen, was ein Mensch einem anderen antut.“ Es musste wirklich schon super heftig sein, wenn Monika, die mal davon geträumt hatte, sich lebendig von einer Fleischersäge zertrennen zu lassen, und vor allem Pia, die auf SM stand und einigen Sadisten begegnet war, von grauenvoll sprachen. Jessica hielt Jannet auf und schüttelte den Kopf. Sie hatte da eine Vermutung und wusste, das Jannet das nicht vertragen würde. Sie wusste selbst nicht, ob sie es könnte, aber wenn es nur einen Hinweis ergäbe, was mit Jaqueline und ihrer Tante Sophia passiert war, dann musste sie es sich ansehen.Sie legte Monika in Jannets Arme und schickte beide hinaus. Dann ging sie zu Pia und öffnete den Laptop wieder. Pia schien die Seite geschlossen zu haben, die sie beiden so erschreckt hatte. Auf der aktuellen grinste ein Userprofil in eine Kamera: truckerboy56 war unter dem Bild des unauffällig aussehenden Mannes zu lesen. Das Profil war alt, über 20 Jahre war er schon auf der Seite Delikatessen aus Fernost gemeldet. Darunter war angegeben, welche Besonderheiten er mochte und welche er anbot. Sie lass im Angebot Kugelfisch und daneben Zahlen, die von 12 bis 30 gingen und Daten, wann die speziellen Angebote wieder zur Verfügung stünden. Bei der 30 war es vor einer Woche soweit gewesen. Neben jedem Angebot befanden sich Links zu Bildern und Videos. Neben der 30 auch eine Kaufofferte zur Weiternutzung. Jessica wollte eigentlich nicht auf den ersten Link zu einem Video. Und landete auf einer Seite, wo eine Versteigerung gezeigt wurde. Sofort entgleisten Jessica alle Gesichtzüge. An einer Wand direkt neben dem Auktionator hing in einem Gestell obszön zur Schau gestellt die kleine Jaqueline und direkt daneben befand sich Tante Sophia, mit Gagball im Mund verzweifelt an ihren Fesseln zerrend. Versteigert wurde Jaqueline, als Delikatesse. Ihr Mutter diente nur als Ausstellungsstück, wie so eine Art Zuchtbeschreibung und Abstammungslinie. Der Zeitschlüssel des Videos zeigte, dass die Auktion eine Woche vor dem Unfall war. Jessica klickte das Video weg. Sie graute sich vor den anderen Bildern. Ihre Tante hatte jung auf den Bildern ausgesehen, zu jung, jünger als sie auf jeden Fall. Und sie hatte damals ihre Tochter verloren. Versteigert von diesem Spinner, als Delikatessen. Ihr wurde übel, als sie daran dachte, was dies bedeutete. Aber sie musste erfahren, ob ihre Tante noch lebte. Sie war die einzige Chance für Jaqueline auf einen neuen Körper. Ihre Eizellen, wie sie in einer Theorie von Martin gelesen hatte, als ihr beim Training langweilig geworden war. Sie hatte keine Wahl. Sie drückte auf das letzte Video. Die Frau war immer noch ihre Tante, doch sie schien um Jahre gealtert. Ihr Haar war komplett weiß. Tiefe Furchen durchzogen das Gesicht. Ihre Augen enthielten kein Leben. Am ganzen Körper sah sie Narben. Sehr viele waren an ihrem Bauch zu sehen, der total zerstört aus sah. Verkauft wurde sie als Fischburger. Unter dem Video lief ein Counter, der in 2std ablaufen würde. Bisher war erst 200 Dollar geboten.Jessica sah, dass sie auf sie bieten konnte, als Domark32. escort bursa „Wer ist Domark32?“ fragte Jessica Pia.„Das ist der Mann meiner Schwester“, sagte Pia. „Wir kaufen seit Jahren jede Person, die sich einem Dolcett hingeben möchte. Im Darknet kommt es immer wieder zu solchen Auktionen. Wir bekommen sie dann geliefert, mit einer Art Paketdienst. Nachdem wir damals die größte Organisation dieser Art in Europa zerschlagen haben, ist es da aber zum Glück ruhiger geworden. Jetzt denke ich, wir haben zu früh aufgehört.“„Vielleicht habt ihr das“, sagte Jessica.Sie gab ein Gebot ab, setze 1000 Dollar an und stellte per Mail die Frage, ob sie die Ware lebend und persönlich holen könnte. Sie schluckte etwas, bevor sie auf mögliche Frische der Ware Hinwies, was truckerboy56 mit einem Smiley kommentierte und den echten Kenner lobte. Danach musste sie sich erst einmal wegdrehen. Ihr liefen die Tränen herunter. Sie hatte gerade ihre Tante als Burgerfleisch ersteigert, von einem Mann, der vor 11 Jahren ihre Cousine als Sushi versteigert hatte. Pia versuchte sie zu trösten, was ihr nicht wirklich gelang. „Und wenn er nicht in den Unfall verwickelt worden wäre…“, sagte Jessica und musste würgen. Und dann dachte sie an Kugelfisch und an die Narben von ihrer Tante und sie konnte es nicht mehr bei sich behalten. Pia saß mit versteinerten Gesicht neben ihr, den auch sie wusste ganz genau, was hier mit Kugelfisch gemeint war. Ihr letzter Gegner hatte so etwas ähnliches mit ihr vorgehabt.Als Jessica sich wieder halbwegs gefangen hatte, wusste sie, dass sie japanisches Essen nie wieder würde essen können, ohne an diese Variante denken zu müssen. Und dass sie Alex und die Security Bots brauchen würde. Und ein Bombenpacket aus dem Keller. Sie schrieb noch eine Mail an truckerboy56 in den Computer, dass Domark32 eine Assistentin schicken würde und stand dann auf. „Lust auf 3 Engel für Charlie?“ sagte sie mit einem bitter bösen Gesichtsausdruck, als sie oben im Wohnzimmer wieder zu den anderen stieß. Jannet schaute verwirrt und Monika etwas furchtsam. „Du willst zu dem Kerl hin?“„Ja, zusammen mit Alex und den Security Bots. Und Charly….“ „Jan?“„Richtig.“Jessica stürmte aus dem Wohnzimmer und zog die beiden mit sich. Monika und Jannet hatte keine Chance, etwas dagegen zu tun. Sie zog sie zur Farm und stellte jede von ihnen in eine der Boxen. „Was sollen wir hier?“ „Training“, sagte Jessica. Und stöpselte das Interface an. „Jannet… wir sind nicht in der Matrix…“Und schon waren sie in der Welt. Sie sah, wie Jan fragend von der Bank aufschaute und sich dann das Interface auszog. „Jessica was hast du jetzt wieder vor?“„Gibt es eine Möglichkeit, die Roboter aus einem Körper heraus zu bedienen“, fragte Jessica Jan ohne auf seine Frage zu beachten. „Und geht das mobil?“ Jan: „wir haben eine mobile Einheit, aber die wurde nie für so etwas getestet.“ „Hat Martin einen Bus oder Transporter?“ „Ja, aber…“„Wer hat dafür einen Führerschein, wie schnell kann die Mobileinheit montiert werden?“„Ich und einen halben Tag. Und jetzt möchte ich wissen, was los ist.“ „Wir heben eine Sushibar aus und retten meine Tante. Und vielleicht noch weitere Frauen.“„Wann?“„Morgen früh fahren wir los.“„Das ist aber schnell.“„Entweder so oder meine Tante ist Gehacktes. So und jetzt auf, verliere keine Zeit.“ „Ähm…“„Was?“ „Du willst so da hin?“Jessica schaute an sich herunter und bemerkte jetzt erst wieder, dass sie hier ja ständig fast nackt herum lief. Wie schnell man sich doch an das scheinbar unnormale gewöhnen konnte. Wenn sie zuhause aus der Dusche trat, war ihr erster Griff beim Bademantel gewesen. Hier hatte sie außer einem Shirt nie was angehabt. Von den paar Kleidern, die damals die anderen gekauft hatte, war keines für das geeignet, was sie vorhatten. Die Kleidung aus Pias Schrank passte keine von ihnen. Pia war einfach zu schlank. „Wir müssen einkaufen. Kann man Jaqueline schlafen legen?“„Woher weißt du das?“„Ihre ganze Welt ist künstlich. Da wird es auch der Tag und Nachtrytmus sein. Ich will nicht von ihrer Mutter sprechen, wenn sie dabei ist, noch will ich, dass sie mich nochmal in einer anderen Gestalt sieht als der silbernen. Nicht bevor sie wieder ein ganzes Wesen ist.“ „Du bist wieder wütend.“ „Und wie ich wütend bin. Wenn du gesehen hättest, was Pia, Monika und ich gesehen haben, du wärst es auch. Hast du eigentlich auch einen autonomen Roboterkörper?“„Ja. Ähnlich wie der von Alex.“ „Auch bewaffnet?“„Ja.“ „Dann kommst du auch damit mit. Passen die alle in den Transporter?“„Ja. Wo müssen wir denn hin?“ „In den Westerwald. Eine alte Tankstelle mit eine aufgegebenen Bauernhof dabei. Weit weg von allem. Ideal wie hier, um Menschen zu quälen.“„Hier wird niemand gequält.“ „Stimmt, alle hier sind freiwillig und haben es sich ausgesucht, das mitzumachen, was ihnen angetan wurde. Und die tolle Wahl, die einem von Martin gelassen wurde. Gegessen werden, Ficktoy oder Versuchskaninchen. Wirklich gut.“„Ja, wir sind alle Bestien. Außer dir. Du würdest nie ein Blutbad anrichten.“ Das saß. Jessica sah ihn entgeistert an. Grade wollte sie noch nur zerstören. Die unkontrollierte Wut, die sie wieder erfasst hatte, die sich in Form einer kalten und berechnenden Persönlichkeit spiegelte, bekam Risse. Irgendwo unter der harten Schale war das junge Mädchen Jessica, die nur geliebt werden wollte. Die entsetzt war von dieser Welt, in der sie nun war. Und die jetzt nach außen brach und sich an Jan klammerte. Die Jessica, die von dieser Welt unberührt war und naiv durchs Leben gegangen war mit romantischen Vorstellungen von Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Die optimistische lebensbejahende und nun total geschockte Jessica brach sich Bahn durch den Panzer aus Wut und schrie ihre Verzweiflung heraus und heulte und brach schluchzend zusammen. Jan hielt sie. Er hatte es nicht erwartet. Hilflos hielt er die bisher so starke und kontrollierte Jessica, die so vieles im letzten halben Jahr ihres hier seins ertragen hatte. Die mit ihrer Stärke, ihrem Willen und auch mit ihrer Wut sie alle mitgezogen hatte. Jetzt erkannte er, es war eine Fassaden gewesen. Und er hatte dieser Fassade den letzten Schlag verpasst und sie zum Einsturz gebracht und das verletzte Wesen vom Jessica freigelegt. „Martin stellt die Fragen als Test“, sagte Jan. „Er hoffte immer, dass einer sich für vierte Möglichkeit entscheiden würde.“„Es gab keine vierte Möglichkeit.“„Doch, um sein eigenes Leben mit allen Mitteln kämpfen.“ 1 Stunde brauchte sie, um sich wieder zu fassen und die Jessica zu werden, die sich der Situation mit aller nötigen Kontrolle stellte. Die kalte, berechnende und wütende Jessica, die sich den Tod der Schlachter wünschte und auch tatkräftig dabei mitmachte. Die Jessica, die das Wrack ihrer Tante akzeptierte und sich schon gedanklich überlegte, sie zu heilen, egal ob dies möglich war oder nicht. Die Jessica, der ohne zu fragen einfach alle folgen würden, wenn sie voran in eine Hölle aus Blut und Feuer ging, einer Wallküre gleich. „Wir haben ein Monster aus ihr gemacht“, sagte Jan in diesem Moment zu Pia, die mit ihm hinter Jessica hersah, als die Abends in ihr Zimmer ging. „Wir dürfen nicht mehr lange warten, sie von diesem Leben zu trennen und sie wieder nachhause zu schicken. Zurück in ein Leben voller normaler Dinge, Eltern, Geschwister, Freunde und Bekannte. In den ganz normalen Alltag. Wenn das überhaupt noch möglich ist.“In der Nacht kam ihm eine Idee. Als sie am nächsten Morgen mit dem Frühstücken fertig waren, sagte Jan. „Wir gehen jetzt einkaufen. In 10 Minuten treffen wir uns in der Garage.“ Dann nahm er Jessica an der Hand und zog sie mit sich mit. Im Fahrstuhl küsste er sie, leidenschaftlich, innig und aus voller Liebe und sagte ihr dann, „ich kann nicht zulassen, dass DU in den Westerwald fährst.“ „Aber ich muss. Wer soll es tun, wenn nicht ich.“ „Ich lasse Madame Jessica fahren. Die junge, freudige, leicht wütende, aber lebensbejahende Jessica, die behalte ich hier.“ Jessica schaute ihn verwirrt an. „Wir werden jetzt in ein Geschäft fahren und euch Kostüme besorgen. Die werden aus unschuldigen Mädchen die Kämpferinnen machen, die ihr sein müsst. So wie wir in unseren Robotern. Und wenn ihr es nicht mehr müsst, könnt ihr die Kostüme ablegen und wieder unschuldig sein und verletzlich. Dann seit ihr wieder ihr selbst.“ „Wie Superhelden?“ „Wie Superhelden.“„Wir haben aber doch keine Kräfte.“ „Dich trägt deine Wut. Die anderen folgen dieser Wut und partizipieren daran. Aber glaub mir, du wirst froh sein, wenn du deine Rolle, die du heute Nachmittag bereit bist zu erfüllen, einfach danach abstreifen kannst und wieder zu dem wirst, das sich gestern an mir ausgeheult hat. Oder die in unserer Nacht so unschuldig gelacht hat. Diese Jessica will ich auf keinen Fall verlieren. Eher sprenge ich persönlich alle Spinner der Welt in die Luft.“Jessica umarmte Jan und küsste ihn. Dann legte sie ihre Wange an seine. „Danke.“

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